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Sinnliche Gedankenflüge

Gedichte, Geschichten, Gedanken über die schönste Nebensächlichkeit der anderen Art

Sehnsucht

Zu deinen Füßen sein
und doch auf dem Thron, den du mir errichtest,
Hochachtung empfinden,
die mich vor dir verbeugen lässt.
Blick in deine Augen,
der mir ein Universum eröffnet.
Deine Wort,
die mich binden, mich bezwingen,
Berührungen,
die meinen Gedanken Ruhe geben,
alles ausblenden, was um uns ist.
Nur uns gibt es noch, dich und mich,
du über mir, ich unter dir.
Demütig sein und in dieser Demut stolz,
da du mich sein lässt, so wie ich bin.
Tiefen ausloten ohne Angst zu ertrinken, abzustürzen,
da du mein Netz bist, mein Halt, meine Sicherheit.
Eingehüllt in deine Wärme und deine Härte,
die mich fügsam macht und meiner Seele Nahrung gibt.
Schmerz aus deiner Hand als intensivste Umarmung,
als Schlüssel zu meinem unverfälschten Sein,
das keine Masken mehr zulässt, keine Hüllen.
Nacktheit zulassen können, weil du da bist,
weil unsere Liebe uns nährt
und ich sie loslassen kann,
all die Zwänge, die nicht unsere eigenen sind.
Gehören, aber nicht missachtet,
benutzt, aber doch bewahrt,
gefesselt, und doch frei.
Ankommen.
Dein sein.

© Selina B.

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Von Tiefen und Abgründen – Die Bücher von Jona Mondlicht

 

Es gibt Bücher, die zutiefst berühren, die die eigene Seele packen und nicht wieder loslassen. Ich bin seit Jahren bereits Autorin in den Schattenzeilen (Klick), einer Community für BDSM-Autoren und -Leser, die von Jona Mondlicht gegründet wurde. Und eben dieser hat über den Elysion-Verlag seine drei Bücher „Unverglüht“, „Aufgewühlt“ und „Angefühlt“ veröffentlicht.

Selten habe ich im BDSM-Kontext ein so tiefgehendes Buch gelesen. Tiefgehend nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich.

Als Sarah eine kleine, private Ledermanufaktur betritt, erliegt sie nicht nur dem Reiz des Leders, sondern auch den Geschichten des Inhabers Herrn Conrad. Dieser weiß von Beginn an die Signale zu deuten, die die Protagonistin aussendet und führt sie Schritt für Schritt mit seinen Erzählungen von Bruno und Lia in die Welt von Dominanz und Unterwerfung. Immer mehr identifiziert sich Sarah damit und erkennt, wie bereit sie ist, sich einer Führung zu beugen. Immer mehr verknüpfen sich die beiden Handlungsebenen – die Welt von Bruno und Lia und die Welt von Herrn Conrad und Sarah – und mit jeder einzelnen Geschichte bekommt Sarah die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen und zu ihrem wahren Ich zu finden.

Noch immer bin ich fasziniert davon, wie es dem Autor gelingt, die Tiefen der Protagonisten auszuloten in einem Schreibstil, der ausgewogen ist und zum Teil fast schon poetisch anmutet. Jona Mondlicht findet Worte, die berühren und unter die Haut gehen, webt einen Spannungsbogen, der den Leser bis zum letzten Wort mitnimmt. Dieses Buch kann ich wirklich denen empfehlen, die einen Sinn für die leisen Töne besitzen und nicht vordergründig nur triviale Unterhaltung suchen.

Sofort nachdem ich den ersten Band „Unverglüht“ gelesen hatte, griff ich zu „Aufgewühlt“. Ich wollte wissen, wie geht es weiter mit Sarah. Welche Wege wird sie beschreiten?

Nach dem Tod von Herrn Conrad sucht und findet Sarah Lia. Sie bringt ihr jenes Halsband, welches Bruno ihr einst umlegte. Sarah sucht, angefüllt mit all ihren Fragen, in den Geschichten Lias Antworten, die nicht nur eine Welt der Sinnlichkeit errichten sondern auch mahnen und vor den Gefahren warnen, die in der Welt von Dominanz und Unterwerfung lauern. Lia gewährt ihr einen Blick in die Abgründe, in die sie geriet, und zeigt der jungen Frau, wie wichtig das Sicherungsnetz ist, welches ein verantwortungsvoller dominanter Mann um jene legt, die sich ihm vertrauend hingibt. Was aber passiert ohne ein solches Netz, ohne Absicherung und Arme, die vor dem Absturz bewahren? Schonungslos zeigt Lia Sarah diesen Abgrund.

In diesem zweiten Buch fasziniert noch immer der Wechsel zwischen den beiden Handlungsebenen Vergangenheit und Gegenwart. Dem Autor gelingt es exzellent, die Gefühlswelten der beiden Frauen abzubilden auf eine Art, die dem Leser Verstehen und tiefes Eintauchen ermöglichen. Er zeigt die Beziehung zwischen Bruno und Lia aus einer anderen Perspektive und webt die Geschichte Lias weiter – bis in den Abgrund. Auch dieses Buch ist zutiefst berührend und geprägt von einer hohen sprachlichen Qualität, die fließt und den Leser mitnimmt. Nach „Unverglüht“ kann ich auch „Aufgewühlt“ sehr empfehlen.

Ich hatte das ausgesprochene Glück, sofort nach dem Lesen der ersten beiden Bücher „Unverglüht“ und „Aufgewühlt“ dieses dritte Buch „Angefühlt“ lesen zu dürfen ohne Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen.

Nach Herrn Conrads Tod bleiben Sarah nur die Geschichten von Bruno und Lia und ein Brief Herrn Conrads mit dem Wunsch, sie möge sich auf die Suche nach demjenigen begeben, bei dem sie eben diese Tiefe finden wird, wie sie Bruno und Lia leben durften. Bereits in Band 2 lernt sie, während sie Lias Geschichten lauscht, Alexander kennen und sieht in ihm, obwohl sie kaum etwas über ihn weiß, einen erfahrenen Dominus, dem sie sich anvertrauen kann und mit dem sie den Schritt in das reale Erleben ihres besonderen Soseins wagen kann. Zu spät erkennt sie, in welche Gefahr sie sich begibt und wie schwer es ist, dieser zu entkommen.

In diesem dritten und letzten Buch sieht sich Sarah mit ihrem eigenen Sosein konfrontiert und taucht selbst ein in die Welt von Macht und Unterwerfung. Jona Mondlicht gelingt es, all die Gefühlswelten, die Sarah durchläuft, wunderbar auszuloten und mit seinen Worten abzubilden. Schonungslos zeigt der Autor, welche Abgründe sich öffnen für diejenigen, die sich leichtfertig in die falschen Hände begeben, in Hände, die nur darauf warten, unerfahrene und auch unwissende Frauen in ihren Abgrund zu ziehen und sich dort ihrer zu bedienen. Für Sarah stellt sich die Frage, ob sie all ihre Sehnsüchte nun begraben soll oder es doch noch diesen Einen gibt, mit dem sie die wunderbare Tiefe leben darf, von der sie durch Herrn Conrad / Bruno und Lia erfuhr.

Auch dieser dritte Band „Angefühlt“ ist absolut zu empfehlen. Ich danke dem Autor, dass er mich mit seinen Worten an die Hand genommen hat und mir seine Welt zeigte. Ich wünsche mir sehr, dass ich mich schon bald wieder auf diese Art seiner Führung anvertrauen darf.

***

Mehr über den Autor Jona Mondlicht ist auf seiner Homepage (Klick) zu finden.

 

 

 

Rezension Jas Hook: „Schönschreibübung“

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Ich las diesen Roman auf Empfehlung ohne einen Hinweis darauf, wie sich der Inhalt gestaltet. „Schönschreibübung“ – ein Titel, der dem Leser nichts verrät, ihn rätseln lässt, was es damit auf sich haben könnte. Und so lud ich mir das ebook auf meinen Reader, begann zu lesen und fand mich sofort in eine fesselnde Handlung hineingezogen, die dafür sorgte, dass ich trotz knapp bemessener Zeit nicht eher enden konnte, bis nicht das letzte Wort gelesen war.

In unverwechselbarer Sprache in beeindruckender Wortgewandtheit, geprägt von wunderbar schwarzem Humor lässt der Autor seinen Protagonisten Michael in zwei aufeinander zulaufenden Handlungssträngen agieren. Man begegnet ihm zu Beginn als vollkommen verzweifeltem Mann, der keinen Sinn mehr darin sieht, sein Leben fortzusetzen, jedoch durch die Begegnung mit einer jungen Frau im wahrsten Sinne des Wortes am Leben bzw. im Leben gehalten wird. Zugleich zeichnet der Autor die Entwicklungen Michaels bis eben zu dieser Begegnung und die Konflikte, in die er sich verstrickt. Erst am Ende des Romans klären sich offene Fragen, sodass also permanent die Spannung gehalten wird. Zugleich gibt es neben den zwei Zeitsträngen auch unterschiedliche Ebenen, die dem Leser Michael als  berechnenden Geschäftsmann und Macher zeigen, der die Fäden zieht und erfolgsorientiert ist, auf der anderen Seite aber auch als Mann, dem es gelingt, fordernd und gnadenlos die Damen, denen er begegnet, an sich zu binden und Fantasien wahr werden zu lassen, die nichts für Zartbesaitete sind. Dabei beschönigt Jas Hook nichts und reflektiert, was in diesen Momenten im Protagonisten vorgeht.

Ich kann diesen Roman guten Gewissens weiterempfehlen, jedoch nur jenen, in denen die Handlungs- und Verfahrensweisen im BDSM-Kontext nicht sofort den Fluchtreflex auslösen. Besonders lesenswert ist die „Schönschreibübung“ auch für jene, die sprachliche Qualität schätzen und sich nicht mit klischeehaften Attitüden zufrieden geben.

Ich persönlich habe bei ebooks, die mich so sehr in ihren Bann zu ziehen vermögen, das dringende Bedürfnis, es auch als Druckversion in Händen zu halten. Nun steht der Roman in meinem Regal und ich habe es bereits weiterverschenkt. Ich hoffe sehr, dass es von Jas Hook in Zukunft noch mehr zu lesen geben wird.

Klappentext: Schoenschreibuebung

DIE BIBEL FÜR SAPIOSEXUELLE

Der einst erfolgreiche Michael ist untergetaucht, hat sich dem Zugriff seiner Häscher entzogen. Sein Leben liegt in Trümmern – privat wie geschäftlich. Er ist verzweifelt. So sehr, dass er nur noch zwei Optionen sieht: Selbstmord zu begehen oder seine Seele an den Teufel zu verkaufen. Da begegnet ihm Caren. Michael nimmt in ihrem Charakter eine unschöne Deformation wahr, die er vor seinem Abtritt ausbeulen möchte. Tatsächlich aber schenkt sie ihm Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch auch damit lässt sich Michaels Historie nicht ungeschehen machen. Mit jedem Tag des Miteinanders holt ihn das Unumgängliche ein Stück mehr ein.

Die Amour fou zwischen Caren und Michael offenbart mehr als Obsession. Sie zeichnet das Portrait einer jungen Frau, die sich auf eine intensive Begegnung mit einem Unbekannten einlässt. Während Caren unwissend bleibt, wird der Leser zum Mitwisser. Er erfährt, was Michaels formte und seine Dominanz heraufbeschwor: Vom Tod der Mutter bei seiner Geburt über die Jahre auf dem Internat, im Kloster und als Seelenfänger für Israel bis hin zum Verlust all dessen, was ihm lieb und teuer war. Die beiden aufeinander zulaufenden Handlungsstränge, Vergangenheit und Gegenwart, verdichten sich dramatisch und treffen sich, als Michael seinen letzten Deal besiegelt.

Jas Hook „Schönschreibübung“

Umfang: 553 Seiten
ISBN-10: 1520331770
ISBN-13: 978-1520331775
ebook: 4,99 Euro
Taschenbuch: 17,99 Euro
exklussiv bei amazon

(Bilder mit freundlicher Genehmigung des Autors)

 

It’s up to you

Nach all den Jahren der Rastlosigkeit, Zeiten der Suche nach der Ergänzung meines Seins und der Suche nach meinem Selbst in meiner Ursprünglichkeit hörte ich auf, andere an der Schablone meines Anspruchsdenkens zu messen. Verletzungen und Verluste hinterließen Wunden und Narben auf meiner Seele. Sie konnten nur bedingt heilen durch meinen Rückzug und der selbst auferlegten Distanz zu den Menschen, die mir doch in meinem Sosein Ergänzung sein könnten. Oft jedoch reichte nur ein Wort, eine Geste, um sie wieder aufbrechen zu lassen. Nie heilte meine Seele ganz. Jetzt aber ist ER in mein Leben getreten. Mit seinem “It’s up to you“ machte er mir das Geschenk, in meiner Devotion doch selbstbestimmt wählen zu können, wem und was ich in meinem Leben einen Platz gebe, weil es mir entspricht. Und gerade durch diese Freiheit, die er mir lässt, bindet er mich so sehr an sich, dass ich mich ihm vertrauensvoll hingeben kann, zulassen kann, was er fordert selbst dann, wenn es mich Überwindung kostet. Und so wendet sich durch ihn mein Blick weg von Vergangenem, nimmt das Gegenwärtige in vollen Zügen an und richtet den Fokus auf das, was kommen wird. Meine Seele gesundet und heilt. Und ich fühle all die Liebe in mir, die ich bereit bin zu geben. Sie muss nur angenommen werden. IT’S UP TO YOU.

Allein in der Nacht

Manchmal in der Nacht,
wenn das Dunkel mich einhüllt,
mich einschließt und von allem trennt, was ist,
gehen meine Gedanken auf die Reise
auf Wegen, die noch kein Fuß betreten.
So begegne ich Fragen,
die noch ohne Antworten sind:

Wer bin ich?
Was macht mich zu dem, was ich bin?
Warum bin ich so?
Welchen Zauber webst Du,
dass Du mich in Deinen Bann ziehst?
Gibt es Seelenberührer?
Bist du einer?
Woraus schöpfe ich die Kraft,
meinen Weg zu gehen
trotz erfahrenen Leids und Schmerzes?
Den Weg zu dir, mit Dir.
Ein Weg der Wandlung ohne Wiederkehr.
Wie stark ist das Band zwischen uns,
ein unsichtbares Band
noch stärker als Kette und Seil,
das mich Abschied nehmen lässt
von allem was war,
von einem Leben
geordnet und bequem,
doch in dem ich keinen Sinn finde,
mich nicht mehr finde,
damit ich mich geben kann,
Dir geben voller Vertrauen
auf die Macht unseres wahren Seins.

Dann höre ich wieder Deine Worte,
die mir sagen, dass ich bin,
dass mein Leben einen Sinn hat,
dass Du dieses Leben willst,
mich willst.
So erwacht ein Gefühl,
das mir Wärme spendet
und Geborgenheit,
mich die einsame Dunkelheit
der Nacht vergessen lässt
und mir zeigt:

Ich bin stark.
Ich gehöre,
habe meinen Platz gefunden
und mein Leben hat Sinn.
Ich bin nicht allein.

So schlafe ich ein
und nehme uns mit
in die Welt meiner Träume.

Reife – Zeit

Da ist es wieder – dieses Gefühl des Ankommens, nicht mehr so wild, so ungestüm, so unglaublich schnell, wie ich es von früher kannte. Nein, es begann mit stillem Beobachten und dem Aufeinanderzugehen über das Wort und über die Geduld und dem Wissen, dass wachsen wird, was wachsen soll, wenn man Entwicklungen nur die Zeit gibt, die sie brauchen. Und nicht zuletzt waren und sind da all die Verletzungen, Verluste und Ängste, durch die man selbst durch das Leben geprägt wurde und die es auf beiden Seiten zu finden gibt. In meinem Alter gestehe ich mir die Zeit zu auswählen zu können und kritisch infrage zu stellen, wenn ein Mann meinen Ansprüchen nicht genügt. Ich habe verstanden und gelernt, dass jeder Kompromiss bedeutet, dass ich einen Teil meines Wesens verleugne. Das Umgehen mit all den im Laufe des Lebens gesammelten Erfahrungen lässt mich wacher werden. Das ist durchaus ein gutes Gefühl, hilft es mir doch auch beim Erkennen desjenigen, der meinem Wesen Ergänzung bietet und durch Natürlichkeit und Authentizität überzeugt. Ich bin es leid, überhaupt für Spielereien in Betracht gezogen zu werden, als Erfüllungsgehilfin zu dienen vor allem für gefrustete Ehemänner, die in ihrer Ehe nicht das finden, wonach sie sich sehnen und so sich eine devote Gespielin suchen, die mit Heimlichkeiten leben muss und dem Wissen, dass sie nicht exklusiv ist, grundsätzlich an zweiter Stelle rangiert und am Ende immer die Verliererin sein wird. So benutzt zu werden empfinde ich als billig. Als Frau, die ihrem Sosein in einer festen Beziehung mit Zukunft ein Zuhause geben möchte, habe ich durchaus das Recht auszuwählen und mein Gegenüber an mir selbst zu messen – zuerst auf der zwischenmenschlichen Ebene als Freund und Partner  und später dann auch als dominanter Part, der meiner devoten Seele gerecht wird und deren Hingabe einfordert.

Mir ist in den diversen Communitys aufgefallen, dass es so unendlich viele Menschen gibt, die Formel 1-Befriedigungen ihrer sexuellen Bedürftigkeiten erstreben. Alles muss schnell und sofort passieren und natürlich das Komplettprogramm abgespult werden. Und dann ist die Verwunderung groß, wenn diese Kontakte schneller zerbrechen, als sie begonnen haben, einfach weil dann die Luft raus ist, der Blick sich klärt und man feststellt, dass das Gegenüber ja gar nicht dem eigenen menschlichen Anspruch genügt. Oberflächlichkeiten können einfach nicht zu wahrer Tiefe führen. Dabei bietet gerade Liebe im BDSM-Kontext die Option der absoluten Tiefe durch Hingabe aneinander in einer Stärke, die nur die wenigsten wirklich erfahren dürfen. Zeit ist das Schlüsselwort. Achtsamkeit, Geduld, Beobachten und vor allem Kommunikation, der ständige Dialog egal um welches Thema es gehen mag – es ist das Ausgerichtetsein auf den anderen, das den inneren Blick lenkt und Ablenkungen der oberflächlichen Art nicht zulässt. Dann gibt es nur noch diesen einen Mann, der sich ganz dominant im Herzen niedergelassen hat und die Schmetterlinge im Bauch wieder fliegen lässt.

Lichtengel

©SelinaB_Lichtengel_27122015

Jeder Mensch, der in mein Leben tritt, macht mich ein Stückchen weit zu derjenigen, die ich heute bin. Merke ich jedoch, dass mir ein Mensch nicht mehr gut tut, sei es, dass er nur seine ganz eigenen egomanen Ziele verfolgt, sei es durch seine Unachtsamkeit, sei es dem Umstand geschuldet, dass er mich lediglich ausnutzt und für seine Zwecke missbraucht, ist es Zeit für die Trennung. Wiederum andere verlassen einen ungewollt, weil deren Lebenszeit abgelaufen ist. Deren Verlust ist schmerzhaft und bitter und hinterlässt eine abgrundtiefe Leere, die sich nur ganz langsam wieder mit Leben, mit Liebe füllt, bis da wenn auch eine von Trauer geprägte Dankbarkeit bleibt, diesen Menschen in seinem Leben willkommen geheißen zu haben und einen Teil des Lebens mit ihm gemeinsam gegangen zu sein. Tiefe Emotionen, ob nun Trauer oder Liebe, brauchen Zeit, mitunter viel Zeit. In dieser Zeit des Wachsens begreift man umso mehr, dass nichts selbstverständlich und jeder Moment ein Geschenk ist, das man nur annehmen muss und als solches erkennen. Und so wende auch ich mich wie auf meiner Grafik mein dunkler Engel der Kerze wieder dem Licht zu, diesem kleinen Hoffnungslicht und dem Glauben, dass ich wieder Menschen, vielleicht sogar diesem einen ganz besonderen Mann  begegnen werde, mit dem ich meine Lebensfreude, meine Liebe, meine Hingabe teilen darf.

In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern und Leserinnen ein wunderbares neues Jahr, welches geprägt sein möge von Ankunft, von Liebe, von Lebensfreude, von Sinn und Sinnlichkeit.

Herzlichst Eure Selina B.

Gedanken zum Jahreswechsel

Sie ist tief in mir, diese Sehnsucht nach Führung und Konsequenz, nach Fesseln, die mich innerlich befreien, Geborgenheit und Liebe, gegenseitiger Achtung, nach Respekt und Vertrauen. Ich wünsche mir soviel mehr als nur eben mal eine Nacht zu zweit, möchte mich meinem Verlangen hingeben, mich unterwerfen, mich ergeben, dir dienen dürfen. Ich sehne mich danach, wahrhaft vertrauen zu dürfen und dein Vertrauen annehmen zu können.

Ja, ich bin devot, empfinde und finde Lust und Erfüllung, wenn ich mich ausliefere, mich deiner Macht beuge, mich hingebe. Ich biete dir damit so viel:

meine Liebe, meine Leidenschaft, meinen Respekt, mein Sosein.

Es ist so viel mehr als ein Spiel. Es ist eine Facette meines Ichs, meiner Persönlichkeit, immer abrufbar – weil ich nicht spiele.

Dein Wesen findet Nahrung durch das meinige. Und nur durch den anderen kann jeder von uns vollständig sein.

Weil ich keine Spielerin bin …

…. möchte ich den Menschen, den Mann, den Dom in seiner Gesamtheit erkennen, möchte ihn sehen in seinem Wesen und Sein und ihn nicht reduzieren auf seine Dominanz und damit degradieren zu meinem Lusterfüller.

Weil ich keine Spielerin bin, lasse ich mir Zeit, um zu beobachten, nicht nur IHN, sondern auch mich, um auszuloten, ob wir einander ergänzen und Erfüllung bringen können auf allen Ebenen des Zusammenseins.

Weil ich keine Spielerin bin, gebe ich uns Zeit, damit angestoßene Entwicklungen nicht im Nirgendwo enden, sondern uns einander immer näher bringen, weil es UNSERE GEMEINSAMEN Entwicklungen sind.

Weil ich keine Spielerin bin, vertraue ich auf die Macht der Gefühle, nicht nur auf die, die dem Moment geschuldet sind, sondern diesen großen, starken Gefühlen, die mich bis in die Tiefen meiner Seele erreichen und durch die ich zulassen kann, was im kurzweiligen Spiel niemals möglich wäre.

Weil ich keine Spielerin bin, habe ich es nicht nötig, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen, sondern habe die Stärke und den Willen, mich zu dem EINEN zu bekennen, dem es gelingt, dass sich meine Seele vor ihm in Demut verbeugt, weil er meine Hochachtung erworben hat – als Mensch, als Freund, als Partner, als Herr.

Weil ich keine Spielerin bin, muss ich niemals auf die Uhr schauen, denn im gemeinsamen Tun, im erotischen Miteinander ginge sonst so vieles an Fühlen verloren, wäre die Geborgenheit, die man im anderen findet, niemals so raumgreifend, wie es in einer auf Vertrauen bauenden Beziehung der Fall ist.

Weil ich keine Spielerin bin, kann ich uneingeschränkt ehrlich sein, weil ich weiß und darauf vertraue, dass auch mir diese Ehrlichkeit entgegengebracht wird. Nur dadurch entsteht für mich Wahrhaftigkeit innerhalb der Beziehung und ich kann darauf vertrauen, dass ich ernstgenommen und wertgeschätzt werde, egal, ob es um Gut- oder Schlechtgedanken geht. Nur so bleibt der Dialog in seiner Gesamtheit erhalten und zu dem mit Worten gesellt sich der Dialog der Blicke, der Gesten, der Körper, der Seelen.

Weil ich keine Spielerin bin, bin ich in der Lage, mich vollkommen einzulassen und IHM meine absolute Hingabe zu schenken, weil ich mir sicher bin, so wie ich mich hingebe, wird auch er sich an mich hingeben und nicht nur dem Moment.

Weil ich keine Spielerin bin, kann ich IHM gegenüber ganz offen sein, wissend zwar, dass ich dadurch sehr verletzbar bin. Wissend aber auch, dass ich vertrauen kann und bei IHM in guten Händen bin, so wie auch ich mich seines Vertrauens würdig erweisen werde, weil ich weiß, dass auch er verletzbar ist.

Weil ich keine Spielerin bin, vertraue ich darauf, dass ER, wenn er sich auf mich einlässt und zulässt, was sich zwischen uns entwickelt, ebenfalls kein Spieler ist, dass er sich nicht an die Oberflächlichkeit verliert, die derzeit für viele so bezeichnend ist und die sich nicht an den guten, großen Werten des Miteinanders orientieren, sondern nur am kurzweiligen Lustgewinn und dem Benutzen des anderen, um egomane Ziele zu verfolgen.

Weil ich keine Spielerin bin, kann ich lieben und Liebe empfangen.

 

© Selina B.

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